„Die Erfinder der Bayerischen Küche“ 23.10.2015

23. Oktober 2015
17:00

„Die Erfinder der Bayerischen Küche“ am Freitag, 23.10.2015, um 17:00 Uhr im Bayerischen Fernsehen

Krustenbraten vom Schwein, ein riesiger weicher Semmel- oder Kartoffelknödel und als Nachspeise ein Apfelstrudel. Für die Vegetarier am Tisch gibt es Kässpatzen.

Das ist die bayerische Küche, wie wir sie kennen und von der wir auch schon Dutzende andere Gerichte probiert haben. So selbstverständlich erscheinen ihre Genüsse auf der Speisekarte, dass man meinen könnte, diese Küche habe es schon immer gegeben. Mitnichten!

Seit etwa 200 Jahren ist die Bayerische Küche im Werden und im Wandel. Erst als die Kirche 1803 die Macht verlor und nicht mehr in Bayern mitregierte, waren die zahlreichen Fastenspeisen keine strenge Vorschrift mehr. In diesen Jahrzehnten des Umbruchs propagierten zwei Schriftsteller eine regionale Küche: Carl Friedrich von Rumohr, ein Kunstkenner, der in München studierte und lebte, und Gustav Blumröder, ein Arzt aus Nürnberg.

In ihren Büchern vermittelten sie den Bayern die Idee einer bodenständigen Küche und einer gepflegten bürgerlichen Tafelkunst. Beide wurden zu Klassikern der Küchenliteratur und viele Köchinnen, die „bayerische“ Kochbücher schrieben, eiferten ihnen nach. So kam die Idee einer eigenständigen bayerischen Küche in die Welt.

Diese Küche war lange Zeit vollkommen anders als unsere heutige. Der Schweinsbraten war eine Randerscheinung und die bayerische Rübe regierte in der Küche. Erst der Rübenwinter des Ersten Weltkriegs hat der Vorherrschaft der Rübe ein Ende gemacht. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs war sogar das Herrscherhaus Anhänger der bodenständigen Küche: Blut- und Leberwürste vom Wildschwein, Hechtenkraut und gebratener Saibling kamen auf das feine Porzellan der Residenz.

Die Nazis konnten mit ihrer Propaganda für den kriegstauglichen, billigen Eintopf, mit ihrer Gleichschaltung der bayerischen Küche, keinen Erfolg verbuchen. Kaum war der Krieg vorbei, blieb von den Eintöpfen nur das niederbayerische Pichelsteiner übrig und die Bayern erwärmten sich eher für ausländische Gerichte und Produkte. Dennoch hat sich die regionale bayerische Küche auch nach dem Krieg weiterentwickelt. Derzeit halten exotische Gewürze und Geschmackskombinationen Einzug in die bayerischen Kochbücher.

„Die Erfinder der Bayerischen Küche“ am Freitag, 23.10.2015, um 17:00 Uhr im Bayerischen Fernsehen

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