Lindau will Modellkommune werden

7.4.2021 Lindau (Bodensee). Die Stadt Lindau hat sich am Dienstag (6. April) bei der Staatsregierung fristgerecht als Modellkommune für lokale Öffnungskonzepte beworben. Dies teilt die Pressestelle der Stadt mit.

Unabhängig davon will die Stadt Lindau die Schnelltests samstags am Wochenmarkt weiterführen. Der erste Testlauf am vergangenen Ostersamstag wurde aus Sicht der Verantwortlichen hervorragend angenommen.

„Wir sind überzeugt, dass Testen neben Impfen der richtige Weg aus der Pandemie ist“, sagt Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons und begründet so die Bewerbung Lindaus, eine der acht Modelkommunen in Bayern werden zu wollen. Lindau erfülle die Vorgaben des Gesundheitsministeriums in allen Punkten.

Zudem spreche eine ganze Reihe von Faktoren für Lindau: So hat die Stadt mit knapp 26.000 Einwohnern eine überschaubare Größe. Dazu kommt die Lage der klar umrissenen Altstadt. Mit den geplanten Teststationen an den Inselzugängen muss niemand einen großen Umweg in Kauf nahmen.

Alfons und die anderen Mitglieder der innerstädtischen Arbeitsgruppe haben die aktuellen Infektionszahlen stets im Blick. „An erster Stelle steht die Gesundheit der Lindauerinnen und Lindauer und unserer Gäste.“ Deshalb wäre die Stadt auch noch zu einem späteren Termin interessiert, Modelkommune zu werden, falls dies derzeit nicht möglich sei, weil bayernweit die Infektionszahlen steigen.

Lindau will sich so aufstellen, dass die Stadt jederzeit bereit sei, falls der Gesetzgeber Möglichkeiten für Öffnungsstrategien zulässt. „Wir wollen die Infektionszahlen in Lindau senken“, so Alfons. Nur so könne ein dauerhafter Betrieb von Kindergärten und Schulen möglich werden. Nur so könnten Handel, Gastronomie und Hotellerie bald wieder Kunden und Gäste begrüßen.

Lindau ist zudem ein beliebter Touristenort, der unter den herrschenden Reisebeschränkungen noch beliebter sei, als ohnehin schon. „Wir könnten Erkenntnisse liefern, wie beliebte bayerische Touristenorte kontrolliert zugänglich gemacht werden könnten“, so Alfons weiter.

Dabei liegt die Betonung auf „kontrolliert“. Denn die Besucherinnen und Besucher drängen in jedem Fall in attraktive Ziele, wie sich auch in vielen anderen Städten und Regionen zeigt.

Lindau liegt im Vier-Ländereck zwischen Österreich, der Schweiz und Liechtenstein und ist geradezu exemplarisch als beliebtes Tourismusziel am Bodensee und in der Alpenregion. Auch Besucher aus den Anrainerstaaten sollen gegen Selbstbeteiligung in das Testkonzept einbezogen werden. Auch wenn die Tests für ausländische Gäste kostenpflichtig sind, gehen die Verantwortlichen von einer hohen Akzeptanz aus, weil die Gäste ja die Lindauer Geschäfte, Gastronomie und kulturellen Einrichtungen besuchen wollen. Gerade für Bayern mit seinen Grenzen nach Österreich und Tschechien könne dieser Aspekt eine wichtige Rolle spielen.

Oberbürgermeisterin Alfons freut sich über die Unterstützung durch die Unternehmen in der Region und durch die Industrie- und Handelskammer IHK. „Die großen Arbeitgeber sind ebenso wie die Arztpraxen und Apotheken ein wichtiger Bestandteil in unserer Teststrategie“, betont Alfons.

Unabhängig von dieser Bewerbung arbeitet die Stadt weiterhin an ihrer Teststrategie. Dazu gehört, dass auch an den kommenden Samstagen neben dem Wochenmarkt ein Testzentrum stehen wird. Dort bieten das Bayerische Rote Kreuz und Allgäu Medical Service in enger Zusammenarbeit kostenfreie Schnelltests für die Bevölkerung an.

Das Testzentrum ist von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Eine Terminanmeldung ist nicht notwendig. „Hier bieten wir ein niederschwelliges Testangebot an“, erklärt Alfons.

Dieses wurde am vergangenen Samstag bereits bestens angenommen. 188 Menschen ließen sich testen. Dies war mehr als sich die Verantwortlichen angesichts des kurzen Vorlaufs erhofft hatten. Lediglich ein Test war positiv.

Die Testergebnisse bekamen die Testpersonen zumeist per Handy mitgeteilt. Es war, bis auf einen Fall, bei allen negativ. „Das Angebot zum Test wurde auch von vielen älteren Bürgerinnen und Bürgern angenommen, die zum Teil keine Möglichkeit hatten, mit einem Smartphone das Ergebnis zu erhalten. Diese wurden gebeten, nach 20 Minuten wieder zu kommen und ihr Ergebnis schriftlich mitzunehmen. Diese Möglichkeit haben 23 Bürger genutzt“, zieht Wolfgang Strahl von Allgäu Medical Service Bilanz.

Die Stadt will auch die Beschilderung wegen der Maskenpflicht auf der Insel weiter verbessern. „Wir sind sehr bemüht, die Verordnungen des Gesundheitsamtes in der Stadt bekannt zu machen. Wir haben bereits in enger Abstimmung mit der LTK Plakate drucken lassen, die dazu auffordern, die A-H-A-Regeln einzuhalten. Am Gründonnerstag kam dann die Verordnung der Maskenpflicht vom Landratsamt. Dem Bauhof unter der Leitung von Danny Hemkens ist es dann immerhin am selben Tag gelungen, noch kurzfristig die entsprechenden Bereiche auszuschildern. Dies mag an einigen Stellen nicht optimal sein, da greifen wir die Hinweise natürlich gerne auf und werden fortlaufend nachbessern“, verspricht die Oberbürgermeisterin.

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