Impfung immobiler Patienten im Unterallgäu angelaufen

12.3.2021 Landkreis Unterallgäu. Wie können Personen geimpft werden, die immobil sind und nicht selbst ins Impfzentrum kommen können? Hier suchen die Verantwortlichen im Landkreis Unterallgäu schon länger nach einer Lösung.

Problem war bislang: Ein Fläschchen, das mehrere Dosen Impfstoff enthält, musste sofort verimpft werden, wenn es einmal angebrochen wurde.

„Inzwischen ist sichergestellt, dass Impfstoff auch in einzelnen Spritzen aufgezogen transportiert werden darf“, sagt Dr. Max Kaplan, ärztlicher Koordinator im Unterallgäu. Damit kann nun der Impfstoff in Ausnahmefällen auch zum Patienten kommen. Dazu möchte der Landkreis Unterallgäu die Hausärzte mit einbinden – versuchsweise haben am Mittwoch bereits drei Hausärzte im Unterallgäu begonnen, immobile Personen zu impfen.

Zunächst klärt der Hausarzt ab, welche seiner Patienten, bei denen er Hausbesuche abstattet, geimpft werden möchten. Diese Personen müssen sich ganz regulär über das Online-Portal impfzentrum.bayern oder – falls das nicht möglich ist – telefonisch beim Impfzentrum unter (08247) 909910 anmelden. Parallel dazu meldet der Hausarzt die Personen dem Impfzentrum, führt mit den Betroffenen das Aufklärungsgespräch und klärt die weiteren Formalitäten. Grundsätzlich gilt bei der Auswahl der Impflinge weiterhin die Priorisierung.

Zum vereinbarten Termin kann der Hausarzt dann die fertig aufgezogenen Spritzen im Impfzentrum abholen. „Er hat dann ein Zeitfenster von etwa fünf Stunden, um diese zu verimpfen“, erklärt Kaplan.

Zur Vereinfachung der Dokumentation erhält der Hausarzt ein komprimiertes Dokumentationsblatt, das er zurück an das Impfzentrum gibt. „So braucht der Arzt keinen Zugang zur aufwendigen Dokumentations-Software“, erklärt Kaplan.

Es könnten laut Kaplan pro Woche zwischen 30 und 50 immobile Patienten zuhause geimpft werden – in der ersten Woche wurde im Unterallgäu zunächst mit 15 Patienten gestartet, in der zweiten sind es schon 33. Kaplan hofft, dass durch eine rege Beteiligung der Hausärzte bald möglichst alle immobilen Patienten geimpft werden können. Auch in der Stadt Memmingen wurde bereits mit der Impfung immobiler Personen begonnen.

„Für mobile Personen gilt aber weiterhin: Sie müssen ins Impfzentrum nach Memmingen oder Bad Wörishofen kommen“, betont Kaplan. Eine Impfung zuhause ist nur möglich, wenn dies der Hausarzt von sich aus vorschlägt.

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